Besucher unterstützten die Restaurierung des Lindstedter Tores und des Selloweges im Park Sanssouci

Mit dem Erwerb eines Tickets unterstützen die Besucher der XIV. Potsdamer Schlössernacht 2012 die Restaurierung von gleich zwei Objekten im Park Sanssouci: Dank der Spenden/Förderung wird es bald wieder möglich sein, den Park durch das fertig restaurierte Lindstedter Tor zu betreten und auf dem neuen Granitkleinsteinpflaster des Selloweges zu lustwandeln. Die Summe, mit der die XIV. Potsdamer Schlössernacht die Arbeiten an beiden Projekten unterstützt, wird bei vollem Ticket-Verkauf 254.000 Euro betragen.

Das Restaurierungsobjekt „Lindstedter Tor“

Tor Lindstedt

Das Lindstedter Tor gehört zum Ensemble dreier schmiedeeiserner Tore – Lindtstedter Tor (Nordtor), Posttor (Südtor) und das ehemalige Haupttor am Obelisken. Gefertigt wurden die Tore von den Gebrüdern Armbrüster als zusammenhängendes Ensemble für die Weltausstellung in Chicago 1893. Hier bildeten sie den Zugang zur deutschen Abteilung. Sie wurden als „würdige Ouvertüre für den Reichtum trefflicher Arbeiten“ und „wegen der außerordentlich sorgfältigen, feinen Ausführung“ in den höchsten Tönen gelobt.

Auch Kaiser Wilhelm II. gefielen die schmiedeeisernen Portale in den Formen des späten Barocks. 1896 kaufte er sie an und ließ die zwei kleinen Seitenportale des Ensembles, das Lindtstedter Tor und das Posttor, jeweils an der Nord- und Südeinfahrt zur Avenue des Neuen Palais aufstellen.

Nachdem die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) das südliche Posttor bereits durch Spendengelder der Potsdamer Schlössernacht 2007 sanieren konnte, wird es nun durch eine weitere Spende gelingen, sein nördliches Pendant ebenso sorgsam wiederherzustellen. Die Torflügel, Torbekrönung, Pforten und Zaunfelder des Lindstedter Tores wurden demontiert und werden zur Zeit in der Metall- und Farbwerkstatt des Schirrhofes aufgearbeitet. Rahmen und Pfosten der Toranlage können in situ bearbeitet werden. Der Verlust und Schaden durch Korrosion beläuft sich auf ca. 20%. Die Hauptarbeit am Tor umfasst das Reinigen, Entrosten sowie das Sichern und Anbringen von losen Elementen. Das Erneuern von schadhaften Verbindungen sowie der Konservierung mit einem klassischen Öl-Lack-Anstrich der ganzen Anlage geschieht in der Farbwerkstatt des Schirrhofes.

Die Erfahrungen aus der Sanierung des Posttores können bei den Arbeiten am Lindstedter Tor angewendet werden und führen so zu einer enormen Erleichterung und schnelleren Fertigstellung der Arbeiten am Tor. Zur Potsdamer Schlössernacht 2012 wird es für Besucher erstmals wieder möglich sein, den Park durch das acht mal vier Meter große Portal des Lindstedter Tores zu betreten.

Das Sanierungsobjekt „Selloweg“

Der Selloweg entstand mit den von Peter Joseph Lenné in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchgeführten Verschönerungen als wichtige Nord-Südverbindung im Park Sanssouci. Der vier Meter breite und insgesamt 400 Meter lange Abschnitt zwischen den Terrassen an der Neuen Orangerie und der Meierei bei den Römischen Bädern ist benannt nach dem bedeutenden Oberhofgärtner Ludwig Hermann Sello (1800-1876), welcher den Weg um 1830 anlegen ließ. Nach der Kaiserzeit wurde der Selloweg asphaltiert und musste seitdem immer wieder ausgebessert werden.

Selloweg

Im Zuge der kompletten Sanierung des Weges aus den Spendengeldern der Potsdamer Schlössernacht ist es nun möglich, die Wegefläche mit gelber Kleinsteinpflasterung aus Granit zu versehen. Dafür erfolgt ein kompletter Ausbau bzw. Einbau der unteren Tragschichten des Weges aus Natursteinschotter. Somit wird es ab August 2012 wieder möglich sein, den Selloweg als wichtige Nord-Südverbindung vor allem für die Parkbewirtschaftung zu nutzen. Auch für die erfolgreiche Umsetzung von Veranstaltungen wie der Potsdamer Schlössernacht ist die Komplettsanierung des Selloweges ein großer Gewinn.

Bisherige Förderobjekte

2011

Balustrade des Sizialianischen Gartens

Die Balustrade auf der Stützwand am Sizilianischen Garten besteht aus schlesischem, grob kristallinen Marmor aus Groß Kunzendorf. Insbesondere die 186 filigranen Baluster sind durch Verwitterung und Gefügeauflösung so stark geschädigt, dass ein Totalverlust greifbar nahe ist. Das Schadensbild wird begünstigt durch die stark rostenden Eisenanker, mit denen die Baluster befestigt sind. Sockel, Pfeiler und Abdeckungen weisen dieses extreme Schadensbild nicht auf und können so in situ restauriert bzw. konserviert werden.

Während die Balustrade durch einen Maschendrahtzaun entlang der Maulbeerallee abgesperrt ist, um eine Gefährdung der Besucher abzuwenden, sollen die Baluster nun mithilfe der Schlössernacht-Spenden konserviert werden. Dafür werden die Baluster dank eines einmaligen Verfahrens einzeln in Acrylharz getränkt. Der Abschluss der Arbeiten ist für August 2011 geplant.

Baluster mit Kran

Fotos: © Stiftung Preussische Schlösser und Gärten

Die für diese Maßnahme bereitgestellten Mittel führen zum Erhalt der Originalsubstanz bei und bewirken, dass 2011 – nach dem Wiedereinbau der Baluster – der Maschendrahtzaun entfernt werden kann. So wird die Balustrade – auch im Hinblick auf das Jubiläum anlässlich des 300. Geburtstags von Friedrich dem Großen in 2012 – schon bald wieder in altem Glanze strahlen.  

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2010

Skulpturenschmuck des Sizilianischen Gartens

Durch Unterstützung der Schlössernachtbesucher 2010 kann der kostbare Skulpturenschmuck des Siziliansichen Gartens im Park Sanssouci restauriert werden. Vier Balustradenskulpturen und zwei Figurengruppen der Seelöwenfontäne sollen restauriert und an ihren Ort im Sizilianischen Garten zurückkehren. Die Balustradenfiguren werden im Sommer 2011, die Seelöwenfontäne im Sommer 2013 wieder im Garten zu erleben sein.

Skulpturenschmuck des Sizilianischen Gartens
Fotos: © Stiftung Preussische Schlösser und Gärten

 

2009

arbeit an den SkulpturenAttika-Skulpturen des Neuen Palais

Dank der Unterstützung der Schlössernachtbesucher 2009 werden acht bis zehn der kostbaren Attika-Skulpturen des Neuen Palais, darunter Paris und die Musen, in ihrem Bestand gesichert, ergänzt und durch Behandlung an der Skulpturenoberflächen geschützt.

2010 sollen die restaurierten Figuren wieder das Gesamtkunstwerk Neues Palais und damit auch den Ort für das alljährliche glänzende Finale der Schlössernacht schmücken.

vorher / nachher

Fotos: © Eberhard Klöppel

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2008

ViehtränkeRoßbrunnen am Schloss Sanssouci

Der Roßbrunnen am Schloss Sanssouci ist ein hochwertiges Baudenkmal im UNESCO-Welterbe und wichtiges Naturschutzareal zugleich, denn im Ziegelgewölbe überwintern geschützte Fledermausarten. Durch die Unterstützung können die Brunnenschalen des 1852 nach Plänen Ludwig Ferdinand Hesses errichteten Zierbrunnen ausgerichtet, das Dach saniert und die Ziegelgewölbe repariert werden. Die Arbeiten beginnen im April 2010, wenn die Fledermäuse ihr Winterquartier verlassen haben. Zur XII. Potsdamer Schlössernacht soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Viehtränke

Fotos: © Eberhard Klöppel

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2007

Posttor

Als Teil eines riesigen Eingangsportals (hier das rechte Tor) des deutschen Pavillons zur Weltausstellung 1893 in Chicago wurde das Tor nach seiner Rückkehr aus Amerika am Südende der Lindenavenue als Eingang zum Park Sanssouci aufgebaut. 1997 vorsorglich abgebaut, konnte es restauriert und wieder eingebaut werden.

Posttor

Fotos: © Eberhard Klöppel

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2006

Pergola Villa Liegnitz

Die Pergola der Villa Liegnitz ist Teil spätklassizistischer Gartenarchitektur. Als Teil der die Villa der Fürstin Liegnitz umgebenden Gartenanlage war sie seinerzeit ebenso berühmt wie die Römischen Bäder und Schloss Charlottenhof. Die Mittel der Potsdamer Schlössernacht konnten den fortschreitenden Verfall beenden und die Rekonstruktion ermöglichen.

2005

Säulen im Parterre von Sanssouci 

Die eigentlich für den Ruhmestempel Walhalla bei Regensburg vorgesehenen Säulen zieren seit 1844 das Gartenparterre von Sanssouci. Der Korallenkalkstein und die vergoldeten Zinkgusskapitelle waren seitdem Witterungs- und Umwelteinflüssen ausgesetzt. Durch die Unterstützung der Schlössernacht konnten zwei der vier Säulen restauriert werden.

2004

Westbrücke über den Maschinenteich 

Mit den Mitteln der Schlössernacht 2004 begann die Geschichte der direkten finanziellen Unterstützung von Restaurierungsprojekten im Park Sanssouci. Erstes Projekt war die Wiedererrichtung der Brücken über den Maschinenteich, wovon die westliche mit Mitteln der Schlössernacht rekonstruiert wurde. Die Behelfsbrücken der Schlössernacht, die drei Jahre lang Bestandteil der Veranstaltung waren, wurden endlich abgelöst, und der historische Weg über die Sellowiese entlang den Römischen Bädern war wieder begehbar.  

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Stand vom 01.11.2011, Änderungen vorbehalten!